In Deutschland erleiden schätzungsweise rund 130.000 bis 136.000 Menschen pro Jahr außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Das entspricht etwa 370 Fällen pro Tag.
Die DGAI (Deutsche Gesellschaft für Anaesthesie und Intenivmedizin) hat im Dtsch. Ärzteblatt neue Zahlen der aktuellen Situation bei Reanimationen in Deutschland veröffentlicht. Das Register kann man hier einsehen.
Die Zahlen beziehen sich auf den OHCA (outhospital cardiac arrest) und sind nicht unbedingt erfreulich:
so waren 65,5% Männer, 34,5% Frauen, die möglicherweise aus vordergründiger Ursache (Widerstand, den weiblichen Körper zu berühren) zu wenig reanimiert wurden.
Das rasche Eintreffen am Einsatzort – 80% Forderung – wurde mit 70% nicht erreicht.
Laienhelfer waren mit 63,5% die Ersten am Einsatzort und wurden gefolgt von den “First-Respondern”, allerdings mit nur 7%.
68,3% der OHCAs traten in der Wohnung des Betroffenen auf. Die kardialen Ursachen betrafen etwa die Hälfte – 52,1%. Die telefonische Anleitung zur CPR während der Reanimation wurde in 38% der Fälle angewendet, eine Zahl, die sicher steigerungsfähig iat. Bei der Laienreanimation – Empfehlung des DGAI — kann weiterhin auf eine Beatmung (Atemspende) verzichtet werden.
Etwa 40% erreichten mit ROSC (return of spontaeous circulation) das Krankenhaus, aber nur 11 % waren später auch entlassfähig, eine Zahl, die sich über die Jahre nicht viel verändetr hat. Auch hier ist das Ausland wesentlich besser. 25% der Patienten wurden im Krankenhaus angiografiert. Ob eine Intervention stattfand, und mit welchem Erfolg, wurde nicht mitgeteilt.
Die initiale Anwendung eines AED-Defibrillators lag mit 2% weit unter derjenigen in anderen europäischen Ländern (10%). Das liegt auch an der aktuellen Verfügbarkeit und dem Transport an die Einsatzstelle. Hier liegt erheblicher Verbesserungsbedarf. Z.B. ist die Auflistung in Karten-Apps unvollständig. Defibrilliert wurde meist erst durch den Notarzt nach Eintreffen des NEF (Zeitverlust).
Fazit:
Es gibt im Bereich des Reanimationsablaufs trotz unbestrittener Fortschritte weiter Verbesserungsbedarf.
Die Auflistung und der Transport von AEDs an den Einsatzort z.B. gehört dazu und muss dringend verbessert werden.
Außerdem sollte nach Einlieferung ins Krankenhaus eine kardiologische Fachabteilung mit intensivmedizinischer kardialer Überwachung und Behandlung vorhanden sein. Diese Forderung der DGK wurde bisher nicht umgesetzt.